Bürgerversammlung in Siebnach
im Gasthaus Kreuz
am 10.07.2019

1. Bgm Sturm eröffnet die Bürgerversammlung um 20:15 Uhr. Er begrüßt die ca. 20 anwesenden Bürger und die Gemeinderatsmitglieder Gerold Bittner, Antonie Maisterl, 2. Bgm Roland Scherbaum, Roland Doll, Wolfgang Sirch, Roland Wagner, Peter Anwander und Ulmann Hakert.
Außerdem begrüßt er Herrn Maier von der PI in Bad Wörishofen.
1.Herr Maier von der PI in Bad Wörishofen gibt einige Informationen über Ettringen aus polizeilicher Sicht:
Im Jahre 2018 wurden insgesamt 44 Straftaten mit einer Aufklärungsquote von 80 % gelöst, wobei diese hohe Rate nur mit Hilfe der Bevölkerung erreicht werden konnte. Aufmerksame Bürger konnten oft mit sachdienlichen Hinweisen zur Aufklärung beitragen.
In der Gesamtgemeinde Ettringen gab es im Jahr 2018 3 Wohnungseinbrüche (Tendenz sinkend), aber erfreulicherweise weder Sexual- noch andere Gewaltdelikte.
Die Anzahl an Rauschgiftstraftaten steigt jedoch stetig. Mit 2 konkreten Fällen im Jahr 2018 ist die Zahl zwar noch verhältnismäßig gering und im Vergleich zum Jahr 2017 auch wieder etwas gesunken; insgesamt ist aber zu erkennen, dass der Rauschgiftmissbrauch, trotz intensiver Aufklärung in den Schulen, leider wieder ansteigt. Herr Maier erklärt, dass ein Verbot von Drogen durchaus seine Berechtigung hat und er die „legalize-it-Bewegung“ als äußerst bedenklich ansieht. Jugendliche können nicht eigenverantwortlich mit diesen berauschenden und gesundheitsschädlichen Substanzen umgehen, mischen sich oftmals sogar eigene Mischungen zusammen, die mittelfristig irreversible Körperschäden mit sich bringen. Nach einer gewissen Zeit des Konsums der „weichen“ Drogen, steigt der Härtegrad der eingenommenen Mittel, weil der Körper ansonsten den gewissen „Kick“ nicht mehr verspürt. Die PI Bad Wörishofen wird weiterhin nachdrücklich Drogenkontrollen durchführen und nach besten Kräften diese Mittel bekämpfen. Herr Maier appelliert an die Eltern heranwachsender Kinder und Jugendlicher in Gesprächen die Thematik zuhause zu besprechen und auf die Gefahren, auch „weicher“ Drogen hinzuweisen und mit den Kindern im Gespräch zu bleiben. Vor allem im Hinblick auf den Erwerb bzw. den Verbleib des Führerscheins wird sich ein positiver Drogentest immer negativ auswirken. Bei einer positiven Testung würde die Zuverlässigkeit des Antragstellers in Frage gestellt und eine Zulassung zur Führerscheinprüfung untersagt. Die Führerscheinstelle des LRA „fackelt“ nicht lange und geht in dieser Angelegenheit äußerst restriktiv vor.
Senioren sind auch immer mehr Betrügern ausgesetzt. So erschleichen sich
Trickbetrüger immer wieder das Vertrauen von älteren Mitbürgern und versuchen durch erfundene Geschichten das Vermögen der Opfer zu ergaunern. Neben dem bereits bekannten „Enkeltrick“, kommen jetzt vermehrt Callcenter-Betrügereien vor, die den Senioren z. B. Gewinne vorgaukeln. Erfahrungsgemäß sind diese Gauner rhetorisch so
geschult, dass keinerlei Zweifel an der Richtigkeit des Anrufes aufkommen. Auch sollte es alle Bürger stutzig machen, wenn sich ein „Helfer“ anbietet und Vermögenswerte aller Art „freundlicherweise“ an der Haustür in Obhut nimmt, um deren Diebstahl zu vermeiden. Herr Maier bittet die Angehörigen von Senioren diese für ominöse Anrufe zu sensibilisieren und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Im Falle eines solchen
Anrufes sollte aber immer sofort die Polizei eingeschaltet werden.
So sind im Jahr 2018 7 Betrügereien verschiedenster Art im Bereich der Gemeinde Ettringen verübt worden.
Eine geringe Anzahl von Straßenkriminalität (8) und Diebstählen (12) haben außerdem die PI Bad Wörishofen beschäftigt.
Die Anzahl der Verkehrsunfälle sinkt erfreulicherweise. Herr Maier führt dies auch auf die dichte Verkehrsüberwachung im Bereich der PI Bad Wörishofen zurück.
Leider steigt die Zahl der Schwerverletzten wieder an, was zeigt, dass die Autounfälle eine andere Qualität bekommen. Nicht unschuldig ist die Tatsache, dass Autofahrer, oft durch ihr Handy abgelenkt, mit hoher Geschwindigkeit von der Fahrbahn abkommen und so die Arten der Verletzungen oft scherwiegender sind.
Leider muss im Jahr 2018 ein Verkehrsunfall mit einem Verkehrstoten (seit 7 Jahren der erste) in die Unfallstatistik aufgenommen werden.
Es fällt auf, dass die meisten Unfälle auf Kreis- oder Staatsstraßen passieren. Die gemeindlichen Straßen sind anscheinend recht sicher.
Die meisten Straßenverkehrsdelikte sind harmlosere Ordnungswidrigkeiten, sowie Parkund Wildunfälle. Die Wildunfälle passierten meist auf der St 2015. Leider kann kein
Unfallschwerpunkt erkannt werden, so dass diese Stellen auch nicht abgesichert werden könnten.
Wenn ein Zusammenstoß mit einem Wildtier geschehen ist, bittet Herr Maier, das Fahrzeug von der Straße zu fahren. Feldwege bieten sich hierbei an. Ohne nach dem Tier zu suchen, möchte man bitte bei der Polizei anrufen, die sich dann auf dessen Suche macht und dieses bei Bedarf auch beseitigt. Generell gilt, dass in erster Linie auf die eigene Sicherheit geachtet werden sollte. Alles andere machen dann die Profis von
der Polizei. Dank des ehrenamtlichen Einsatzes zahlreicher Schulweghelfer musste in Ettringen im vergangenen Jahr nur 1 Schulwegeunfall in die Statistik einfließen. Dies aber auch nur, weil das verunfallte Kind vom Rad gestürzt ist. Gott sei Dank war kein anderer Verkehrsteilnehmer beteiligt.
Leider trüben 60 alkoholisierte Fahrer die ansonsten annehmbare  Verkehrsstatistik.
Genauso viel Kopfzerbrechen machen der Polizei die steigende Anzahl der Fahrten unter Drogeneinfluss. Bis Juli 2019 sind im Bereich der PI Bad Wörishofen schon so viele Drogenfahrten zu verzeichnen, wie im ganzen Jahr 2018.
In diesem Zusammenhang macht Herr Maier darauf aufmerksam, dass auch bei Fahrten mit Elektrokleinstfahrzeugen (E-Scooter) die 0,5 Promillegrenze gilt.
Unfallflüchtig waren 10 Personen, wobei hiervon wieder dank den Hinweisen aus der Bevölkerung 50% gefasst werden konnten. Herr Maier appelliert an die Autofahrer, selbst bei kleinsten Unfällen (z. B. auf Parkplätzen) keine Zettel an das geschädigte Fahrzeug zu klemmen, sondern immer die Polizei zu rufen. Selbst bei Nichtauffinden
des geschädigten Fahrzeughalters können die Kollegen den Unfall so regeln, dass keine Anzeige wegen Fahrerflucht befürchtet werden muss.
Die erhöhte Autodichte lässt keinen Rückschluss auf eine ebenfalls erhöhte Zahl an Verkehrsunfällen schließen. Die Autos werden immer sicherer und auch das Gefahrenbewusstsein des größten Teils der Bevölkerung nimmt zu.
Auf die Nachfrage aus den Zuhörern erklärt Herr Maier, dass innerorts von der Polizei keine Geschwindigkeitsmessungen mehr durchgeführt werden, weil keine Unfallschwerpunkte erkennbar sind.
Abschließend bittet Herr Maier, bei Notrufen immer nur die bekannten Notrufnummern 110 oder 112 zu wählen. Alle anderen Nummern, die in der Vergangenheit einmal „herumgegeistert“ sind, bittet er einfach zu vergessen.
2.Bezugnehmend auf die ausgeteilten Tischvorlagen erläutert 1. Bgm Sturm, dass der Haushalt 2019 einstimmig verabschiedet wurde. Erfreulicherweise ist die Gde Ettringen immer noch schuldenfrei. Die Erweiterung der KiTa in Ettringen, sowie verschiedene Straßenbauprojekte machen aber eine Kreditaufnahme im Jahr 2019 notwendig.
Beim Ausbau der St 2027 konnte der Radweg nach Hiltenfingen leider noch nicht durchgängig gebaut werden. Um die Sicherheit der Radfahrer zu gewährleisten, wäre er sehr wünschenswert. Aktuell läuft gerade das Planfeststellungsverfahren. Zusammen mit dem weiteren Ausbau der St 2027 wird vermutet, dass sich diese Maßnahmen noch auf 3 – 5 Jahre hinziehen könnten, weil die betroffenen Bürger erfahrungsgemäß alle
möglichen Rechtsmittel eingelegt werden. Die Gemeinde Ettringen hofft, dass zum Verwirklichungszeitpunkt, dann der Freistaat Bayern auch noch finanzielle Mittel zum Straßenbau im weitesten Sinne zur Verfügung stellen kann. Derzeit steigen die Baupreise nämlich wieder an.
Mit den Straßenbaumaßnahmen in der Watzmannstraße und der St.-Martin-Straße in Ettringen steht der Gemeinde wieder ein größeres Bauprojekt ins Haus. Die Arbeiten hierzu sollen noch im Juli in der Watzmannstraße beginnen. Diese Bauvorhaben belasten den gemeindlichen Haushalt erheblich, sind aber dringend notwendig. Besonders der Bereich in der St.- Martin-Straße um die Pfarrkirche herum ist gestalterisch nicht gerade optimal und der politischen Gemeinde schon länger ein Dorn im Auge. Diese Arbeiten beschäftigen die Mitarbeiter im Rathaus noch bis ins Jahr 2020 hinein. Der Eichenprozessionsspinner am Radweg von Siebnach nach Kirch-Siebnach entlang, konnte erfolgreich bekämpft werden. Es waren 13 Eichen befallen, auf denen die
Gespinste abgesaugt wurden. Leider mussten auch chemische Mittel eingesetzt werden.
Die Härchen dieser Tiere können sich 4 – 5 Jahre erhalten und starke allergische Reaktionen auslösen. Nun ist aber ein gefahrloses Befahren des Radweges wieder möglich. Die Bäume leiden nicht direkt unter den Fressschäden der Raupen, sondern werden durch ein längeres „Abfressen“ für einen Pilzbefall anfälliger. Dieser Pilzbefall ist es aber, der die Bäume dann nachhaltig schädigt.
3.Nun erhalten die Bürger Gelegenheit, ihre Anliegen vorzubringen.
Herr Georg Müller bemerkt, dass bei den Straßenbauarbeiten der Telekom in der Mühlenstraße Randsteine beschädigt wurden.
 Dies wird in den nächsten Tagen von der Verwaltung angeschaut.
Herr Lukas Wagner und Herr Benjamin Steber würden sich über ein besseres Mobilfunknetz freuen.
 Aus der Diskussion heraus kristallisiert sich die Erkenntnis, dass ein Mobilfunkmast in der unmittelbaren Umgebung (in Siebnach) keinen besseren Empfang gewährleisten würde. Dieser müsste ca. 3 km entfernt stehen. In Ettringen befinden sich zwar Masten mit den verschiedensten Antennen, bringen aber den Siebnacher Nutzern anscheinend
zu wenig Empfang. 1. Bgm Sturm informiert die Versammlung, dass in Ettringen im gesamten Innerortsbereich mit sog. „Rootern“ des Münchner Freifunks eine gute Versorgung mit WLAN und dgl. erreicht werden konnte. In Siebnach steht ein solcher Rooter nur im Feuerwehrhaus. 1. Bgm Sturm lädt die Siebnacher ein, es den Ettringern gleichzutun und mit Rootern im Haus das eigene WLAN zu teilen, dann wäre der Empfang im Dorf insgesamt besser. In dörflichen Gebieten ist leider das Interesse der
verschiedenen Mobilfunkanbieter zu gering, Leitungen zu verlegen, weil die Gesamtheit der Interessenten oft zu wenig ist. Dies sieht man auch an der Höhe der abgegebenen Angebotspreise bei Ausschreibungen zu derartigen Bauvorhaben. Was mittlerweile aber durchgängige Praxis bei der Gemeindeverwaltung ist, ist, dass bei Straßenbauarbeiten
Leerrohre für Glasfaserkabel eingebaut werden, auf die im Bedarfsfall dann befüllt werden können.
Herr Lukas Wagner sorgt sich um die Baulandversorgung der Siebnacher.
 Die Gemeinde sucht stetig nach Bauland auch in Siebnach. Die Verkaufsbereitschaft der Grundstückseigentümer hält sich derzeit aber in Grenzen. Deshalb ist man vor einigen Jahren auch auf den eigentlichen Sportplatz ausgewichen. Um ein ansprechend großes Baugebiet ausweisen zu können, sind normalerweise 2 – 3 Grundstückseigentümer notwendig, die ihre Grundstücke verkaufen. 1. Bgm wirft die Bitte in die Runde, sollte
sich jemand mit dem Gedanken tragen, Grundstücke zu verkaufen, sich doch vertrauensvoll immer zuerst an die Gemeinde zu wenden, bevor Makler beauftragt oder
an andere –private- Personen verkauft würde.
Als um 21:30 Uhr keine Fragen mehr vorgebracht werden, bedankt sich 1. Bgm Sturm bei den Bürgern und Herrn Maier für ihr Interesse am Leben in der Gemeinde Ettringen und schließt die Bürgerversammlung.
Das Protokoll hat Sabine Sturm geführt.

Bürgerversammlung Siebnach 10.07.2019